Als Verein „Progressives Bad Kreuznach“ plädieren wir grundsätzlich für eine verkehrsberuhigte Stadt und die Stärkung der Alternativen zum Auto.
Jedoch ist uns auch klar, dass viele Menschen auf das Auto angewiesen sind. Hier muss also ein fairer Umgang gefunden werden. Die Diskussion um die plötzliche und schlecht geplante Einführung horrender Parkgebühren – auch für Anwohner – im Kurviertel hat gezeigt, dass es nicht mit der Brechstange funktioniert (zumal hier keine Verkehrslenkende Wirkung beabsichtigt war, sondern vorwiegend die Einnahmeseite betrachtet wurde.)
Wir freuen uns, dass die „Faire Liste“ den gleichen Gedanken hatte wie wir und für den Übergang bis zur Einführung eines stadtweiten Systems einen Sondertarif für die Anwohner durchgesetzt hat.
Wenn die nächste Änderung dann in Kraft tritt regen wir an, Stadtweit geltende Sonntagstickets einzuführen.
Hierzu ein Beispiel:
An einem Sonntag erst mal vormittags zum Vereinstreffen = ca. 2h beim Römerkastell (Tagespreis von 4,50 erreicht).
Dann nachmittags Spaziergang im Salinental mit der Familie (geht auch über 90min, wenn man bekannte trifft und sich kurz unterhält; also auch hier Tagespreis erreicht).
Zum Abschluss bei der Eisdiele in der Mannheimer Straße vorbei schauen, mit anstehen für den Tisch kommt man auch hier schnell über die erste Stunde hinweg.
Sind 3 x 4,50. Dann lieber über die App ein Tagestickel auf das Kennzeichen buchen, das an allen Plätzen und Parkhäusern der BGK gilt; für 6,-.
Die BGK-Plätze und Parkhäuser haben ja inzwischen fast durchgehend Kennzeichenerkennung; die Straßenparkplätze lassen sich per App auf das Kennzeichen buchen.
Dabei geht es auch nicht nur um den reinen Preis – es geht auch um den Stressabbau am Sonntag.
Wenn man bei Spaziergang und Eis ständig die ablaufende Parkzeit im Auge behalten muss bzw. ob man ja nicht in eine zweite Stunde kommt, kommt das Nervensystem nicht runter, sondern ist ständig auf „Alarmbereit“ gestellt – es fühlt sich an wie ein durchgetakteter Arbeitstag. Der Sonntag soll aber entspannen und Stress abbauen.
Allein für das „Sonntagsgefühl“ wäre so eine Pauschale also schon die bürgerfreundlichere Lösung. Es ist schließlich auch der Familientag; der muss bezahlbar bleiben. Im Moment fallen Besuche bei der Eisdiele für viele Familien leider allzu oft aus (und nicht wegen der Eispreise, sondern der Zusatzkosten), was auch der Wirtschaft und dem Steueraufkommen schadet.
